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Das Ende einer Karriere als Sportpferd

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Das Ende einer Karriere als Sportpferd

Royal und Petra

Der Beginn eines zweiten Lebens!

Sie sind gerannt, getrabt, gesprungen oder haben an Dressur- oder Westernprüfungen ihr Bestes gegeben! Sie sind an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gegangen und haben Siege für Ihre Besitzer errungen. Und was dann?

Ich bin auf dem Weg zum Burgstallhof, ein Katzensprung für mich in das benachbarte Deutschland. Schon oft bin ich diese Strecke gefahren, aber nie ist mir der abseits gelegene Hof aufgefallen. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Hengst Royal

Hengst Royal erobert im Nu die Herzen – mit Petra Brumann und Beatrice Hohl

Hier leben ehemalige Spitzensportler

Passt das Thema Wettkampfsportler überhaupt zu 4my.horse? Kann Leistungssport pferdefreundlich sein? Diese Frage will ich heute Petra Brumann stellen.

Zusammen mit ihrer Kollegin Natalie Friberg verdient sich Petra Brumann ihren Lebensunterhalt mit Pferde-Osteopathie und alternativen Therapieformen. Mit ihr und Patricia Kern ist sie aber auch im Vorstand des Vereins „Zweites Leben für Sportpferde“ und bietet damit Besitzern ehemaliger Sportpferde, aber auch Interessierten und Gönnern, eine zentrale Anlaufstelle rund um dieses Thema an. Grosses Anliegen aller Beteiligten ist es, dass Sportpferde nach Abschluss ihrer sportlichen Laufbahn eine neue, sinnvolle und erfüllende Beschäftigung erhalten.

Pferde faszinieren uns wegen ihrer Schönheit und ihrem Edelmut

Pferde tragen uns, sie verleihen uns Flügel – und sie ermöglichen uns, dass wir uns in Wettkämpfen messen können. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, solange dies mit dem notwendigen Respekt vor dem Wesen Pferd geschieht.

Trainingskollege

Der hölzerne Trainingskollege hilft beim Konditionsaufbau

Kann Pferdesport tierfreundlich sein?

Stressgeschäumte, schweifschlagende, aus dem Maul und den Rippen blutende Pferde – zu oft zu sehen auf Wettkampfplätzen. Tierfreundlich? Fehlanzeige! Im Kampf um Höher, Schneller und Schöner scheut sich der Mensch nicht vor unlauteren Mitteln, welche er schnell einmal zur Norm erklärt, um sein Verhalten vor anderen und seinem Gewissen zu rechtfertigen.

Es geht auch anders

Hier setzt Petra und ihre Kollegin Natalie an. Wie wir von 4my.horse haben sie es sich zum Ziel gesetzt, eine neue Norm zu schaffen. Eine Norm, in welcher die Bedürfnisse der Pferde beachtet werden. „Wir können nicht fernab der Rennbahnen predigen, dass wir Pferde anders behandeln sollen“, so Petra Brumann. „Wir müssen zeigen, dass es anders geht.“

Als Trainerin von Rennpferden weiss Natalie, wovon sie spricht. Als Einzige weist sie Ihre Jockeys an, die mitzuführende Peitsche nie einzusetzen. Gemäss Reglement sind während dem Rennen 5 Peitschenhiebe zugelassen und die Konkurrenz macht kräftig Gebrauch davon. Für Natalie ist ihr striktes Peitschenverbot jedoch kein Wettbewerbsnachteil; ihre Pferde sind dank entsprechender Pferdehaltung und -ausbildung auch so leistungsbereit.

Gute Leistungen zum Dank

Sportliche Erfolge

Geliebt, gefördert, geehrt und auch nach Karriereende gepflegt.

Als Osteopathin ist es Natalie wichtig, dass das Pferd in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird. Naheliegend daher, dass sie sich von den gewohnten Rennsätteln verabschiedet und Masssättel anfertigen lässt. Ihre Rennpferde danken es ihr mit guter Leistung. Das ist der Ansatz, der Erfolg verspricht:

Mit gutem Beispiel voran gehen und so eine neue Norm schaffen

Wenn Rennpferde im zarten Alter von manchmal erst 6 Jahren gesundheitsbedingt in Rente gehen, ist es nicht leicht, einen Platz für sie zu finden. Und wenn Sie das Glück haben, einen neuen Besitzer zu bekommen, so stellen sie diesen mit ihren besonderen „Eigenheiten“ vor besondere Herausforderungen.

Die ehemaligen Hochleistungssportler brauchen eine sinnvolle Aufgabe, doch haben sie durch jahrelanges, hartes Training oft solche Beschwerden,  dass sie nicht immer so reitbar sind, wie sich das der neue Besitzer erhofft hat. So bleibt der Gang zum Schlachter nicht allen Pferden erspart.

Neue Aufgaben und Ziele

Bei den Athleten, welche auf dem Burgstallhof ein „zweites Leben für Sportpferde“ erhalten, steht nun das Wesen „Pferd“ im Mittelpunkt und nicht mehr seine Leistung. Angenommen und verstanden zu werden ist nicht nur eine Wohltat für die Pferde, sondern auch für uns Menschen.

Der Verein sieht seine Aufgaben wie folgt:

  • Vermitteln des Verständnisses und der prägenden Hintergründe im Bereich des Pferdesports (aus welchem Umfeld kommt das Pferd)
  • Anbieten von Kursen / Seminaren / Veranstaltungen (u.a. mit ehemaligen Sportpferden)
  • Anlaufstelle um bisherige und neue Besitzer eines ehemaligen Sportpferdes auf ihre neuen Aufgaben vorzubereiten und sie darin langfristig zu begleiten und zu unterstützen
  • Sensibilisieren und aufzeigen, was es nebst dem regulären Reiten auch noch für andere Möglichkeiten mit ehemaligen Sportpferden gibt
  • Hilfe bei Vermittlung von ehemaligen Sportpferden
  • Finanzielle Unterstützung der Kurspferde

Ein zweites Leben für Sportpferde

Petra hat meine Frage beantwortet. Ihre Antwort passt wunderbar in die Philosophie, die wir mit unserem Pferdeportal 4my.horse pflegen möchten:

Nicht mit Fingern auf Schlechtes zeigen, sondern mit Gutem das Gute anziehen!

Mitte November wird unser Pferdeportal online gehen. Wir freuen uns darauf, dann den Verein ‚Zweites Leben für Sportpferde‘ auf unserem Portal willkommen heissen zu dürfen!

Die positive Wand

Goldene Regel für die Stallpinwand: hier darf nur Positives geschrieben werden!

 

 

Anmerkung zum Video: Gone lief sein letztes Rennen mit 15 Jahren.